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Die Lebendige Schwertkunst erforscht und lehrt die Kampfkünste des Mittelalters und der frühen Renaissance. Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit Fechtbüchern des dreizehnten bis sechzehnten Jahrhunderts aus dem süddeutschen Raum. Dabei befassen wir uns besonders mit folgenden Arten der Kampfeskunst:


Ringen
Degen (Dolch)
Langesmesser (Bauernwehr)
Schwert und Faustschild
Langschwert
Stangenwaffen
Pike




Ringen:
Schon Kinder wurden im Ringen unterrichtet.
Das Ringen bildet eine wichtige Säule der mittelalterlichen Kampfkünste, deshalb kommen Ringtechniken in fast allen Fechtbüchern vor. Wir halten uns vor allem an das Ringbuch von Hanns Wurm (1505) und das Buch von Fabian von Auerswald (1537).


Degen:
Der Kampf mit dem Degen (heute sagen wir Dolch).
Der Degenkampf basiert auf dem Ringen. Der Degen war die wichtigste Waffe zur Selbstverteidigung und ständiger Begleiter eines Edlen in Friedenszeiten. Wir üben vor allem Techniken aus dem Fechtbuch Goliath (1520).


Langesmesser:
Das Langemesser, besser bekannt als Bauernwehr, war die Waffe des einfachen Mannes. Die Kriegsknechte, Bogen- und Armbrustschützen führten oft eine solche Waffe. Wir schöpfen unser Wissen vor allem aus dem Fechtbuch von Hans Lecküchner (1478).


Schwert und Faustschild:
Während der große Schild gegen Fernwaffen eingesetzt wurde, verwendete man bei Übungen oder im Duell den leichteren Faustschild. Wir halten uns beim Üben an das älteste bekannte Manuskript, das sogenannte Towerfechtbuch (Ende 13.Jh.) und an die Bücher von Hans Talhoffer aus der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts.


Langschwert:
Das Fechten mit dem Schwert ist die Königsdisziplin der Kampfkünste. Noch im 17. Jahrhundert wurden Beamte im Fechten mit dem Schwert unterrichte, um ihre guten Charaktereigenschaften zu fördern. Wir erforschen die frühen Werke der liechtenauischen Schule, vor allem das Fechtbuch von Sigmund Ringek (1440).


Stangenwaffen:
Es gibt eine ganze Reihe von Stangenwaffen, die alle ähnlich gehandhabt werden. Auch wenn die Bewegungen sehr ähnlich wie im Schwert sind, so muss man doch die Länge und das Gewicht der Waffe berücksichtigen. Wir üben meist nach den Fechtbüchern von Joachim Meyer (1570) und Hans Talhoffer aus der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts.


Pike:
Im fünfzehnten Jahrhundert setzte sich die Pike als Waffe des Fußvolkes durch. Die Pike ist die längste Stangenwaffe mit einer Länge über 4m. Sie kann bis zu 6m lang sein. Auch wurde mit stumpfen, über 4m langen Stangen in Fechtschulen der Umgang mit der Pike geübt. Wir üben Techniken nach Paulus Hector Maiers Fechtbuch aus der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Das Exerzieren üben wir nach Johann Jacob von Wallhausens 'Kriegskunst zu Fuß' (1630).